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Albbruck

Albbruck

Albbruck, 7.500 Einwohner, ist Zentralort am Hochrhein (320 - 700 MüM), an der Mündung der Alb in den Rhein, am Südhang des Schwarzwaldes und des Hotzenwald gelegen. Die Gemarkungsfläche beträgt 3968 Hektar. Industrie, Handel und Handwerk bestimmen das Bild von Albbruck, während die Lage der Ortsteile Albbruck zu einem gern besuchten Ferienort machen. Gepflegte Freizeiteinrichtungen und Sehenswürdigkeiten runden das Erscheinungsbild ab.
Die zum 01.01.1975 neugegründete Gemeinde besteht aus sechs Ortsteilen: Albbruck, Birkingen, Birndorf, Buch, Schachen und Unteralpfen. Urkundlich wurde Albbruck, bestehend aus den Ortsteilen Kiesenbach, Alb und Albert, 1403 zum erstenmal genannt. Von besonderer Bedeutung ist die Papierfabrik Albbruck, die seit 1870 auf dem Gelände, des von 1681 bis 1866 bestandenen Eisenhüttenwerkes, betrieben wird. Ebenso von Wichtigkeit ist das Rheinkraftwerk und die Eisengießerei.

Sehenswert sind die Rheinpromenade mit Gletschermühlen im Rhein und die Albtalschlucht mit fünf, in des Fels gehauenen Straßentunnels, welche zwischen 1854 und 1860 durch das teilweise wildzerklüftete Albtal hinauf nach St. Blasien gebaut wurde. Birkingen wurde erstmals 814 als "Birchinga" urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zu dieser Zeit dem Kloster St. Gallen und seit 1528 dem Kloster St. Blasien. Birndorf ebenfalls 814 in einer Urkunde erwähnt, besitzt eine dreischiffige Kirche im romanischen Stil. In ihr befinden sich mehrere Kunstwerke. Ab 1271 gehörte Birndorf zum Kloster St. Blasien. Der Ortsteil Buch wird erstmals als "Puach", im St. Gallerurkundenbuch genannt. Die Burgruine Ryburg in Tiefenstein und die Salpeterhöhle in Hohenfels erinnern an frühere Zeiten. Im Ortsteil Hohenfels von Buch befindet sich eine Heimatstube, die dem Holzschnitzer Josua Leander Gampp gewidmet wurde.

Buch wurde 1971 Landes- und Bundessieger im Wettbewerb "unser Dorf soll schöner werden". Schachen wurde erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt. Die 1880 erbaute und neu renovierte Dorfkapelle ist dem heiligen Josef gewidmet. Unteralpfen wurde erstmals 850 in einer Urkunde genannt. 1225 bestand bereits die erste Pfarrpfründe. Die jetzige Kirche wurde von 1662 bis 1664 erbaut und 1903 bis 1906 vergrößert. Im Gasthaus Linde wurde 2001 eine Heimatstube zu Ehren des dort geborenen Geistlichen Rat Oberpfarrer Dr. Jakob Ebner eingerichtet. Ebner (1873-1960) machte sich einen Namen als Heimatforscher (zahlreiche Ortschroniken, Geschichte der Salpeterer, Bienenzucht u.v.m.), Feldgeistlicher und Divisionspfarrer im Ersten Weltkrieg und war in der Zeit des "Dritten Reiches" Zuchthauspfarrer. Neben zahlreichen Auszeichnungen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde Ebner auch mit dem Bundesverdienstkreuz und den Ehrenbürgerrechten seiner Heimatgemeinde ausgezeichnet.




 

erstmals 1403 urkundlich erwähnt
Hauptort mit zentralem Ortskern und Einkaufsmöglichkeiten
Erholungsgebiet Dreispitz mit Fischerhütte am Rhein
Rheinpromenade mit Auinsel (Vogelschutzgebiet)
Kiesenbacher Felsen: geologischer Skulpturengarten mit dunklen Wasserlöchern, tief eingeschnittenen Mini-Fjorden und geheimnisvollen Steinritzen
Grenzübergang in die Schweiz – zu Fuß oder mit dem Rad
Klettermöglichkeiten im Albtal
Erlebnis-und Freizeitbad mit Doppelrutsche und Sprungturm
Infotafel mit Wandervorschlägen am Bahnhof
Albtalschlucht mit fünf in den Fels gehauenen Straßentunnels (zwischen 1854 und 1860 erbaut)


Geschichte chronologisch

814  Ersterwähnung von Birkingen (Birchinga) und Birndorf (Biridorf) 
858  Ersterwähnung von (Unter-)Alpfen (Aloffa), seit 1266 „nidern Alphen“ 
874  Ersterwähnung von Buch (Puach, Buoch=Buchenwald), Etzwihl (Eziliwilare),
Hechwihl (Haihwilare) und Kuchelbach (Chuchilipach) 
  Nach 1087 Bau der Pfarrkiche zum Hl. Kreuz in Birndorf 
1270  Ersterwähnung von Schadenbirndorf (=Unterbirndorf, im Gegensatz zum 814
ersterwähnten Birndorf superior) 
1273  Bau der ersten Steinbrücke über die Mündung der Alb 
1281  Ersterwähnung von Kiesenbach 
Anfang 14. Jh.  Ersterwähnung von Schachen (=kleines Gehölz) 
1347  Ersterwähnung von Alb (Dorf ze Albe) und Albert (Alphart=Wald an der Alb) 
1403  Ersterwähnung von Albbruck (Claus von Altbrugg) 
1681  Erster Pächter (Admodiator) des Hütten- und Eisenwerks Albbruck ist Abraham
Chemilleret, österreichischer Landvogt aus Ergau (= Aargau) 
1684  Das Kloster St. Blasien erhält das Zehntrecht in Kiesenbach 
1727  Hans Fridle Albiez aus Buch, der „Salpetererhans“, Anführer der Salpeterer,
stirbt im Gefängnis in Freiburg; in der Folge kommt es erneut zu Aufständen in
der Grafschaft 
1866  Gründung der ENA durch Anton Nägele 
1870  Übernahme des Eisen- und Hüttenwerkes durch den
schweizerischen Nationalrat Nicolaus Kaiser vom
badischen Staat; Umbau des Werkes; 1872
Inbetriebnahme der Papierfabrik mit der Herstellung
von Holzstoff; seit 1880 wird auch Papier hergestellt  
1872  Errichtung eines eigenen Postamtes in Albbruck im Nebengebäude des Hotels Albtal; Errichtung des Personenpostverkehrs Albbruck-St.Blasien  
1889/1890  Einführung des elektrischen Lichts in der Papierfabrik
 
1892  Erstellung einer Wasserleitung für den Ortsteil Alb 
1916  Einführung des elektrischen Lichts in Kiesenbach und Alb  
1924  Kiesenbach wird mit Alb und Albbruck zur Gemeinde Albbruck vereinigt 
1929  Erstellung einer Wasserleitung für die
Gesamtgemeinde Albbruck 
1930 - 1933  Bau des Rheinkraftwerks Albbruck-Dogern 
1935  Erbauung der Kanalisation in Kiesenbach  
1939  Bau der St. Josefs-Kirche in Albbruck 
06.02.1945  Bei einem Bombenangriff auf Albbruck werden im Keller des Hotels Albtal 22 Personen getötet  
1953  Bau des Freibades Albbruck 
1971  Buch gewinnt im Landes- und Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner
werden“ die Goldmedaille 
01.01.1973  Die bisher selbständigen
Gemeinden Birndorf und Schachen
treten der Gemeinde Albbruck bei 
01.01.1975  Aus Albbruck, Birkingen, Buch und Unteralpfen wird die neue Gemeinde
Albbruck gebildet  
01.08.1975  Der neu gewählte Bürgermeister Gernot Strohm tritt seinen Dienst an und löst nach 12 Jahren Amtszeit Ludwig Wasmer ab 
1976  1. Albbrucker Dorffest 
1984  25 Jahre Partnerschaft der Gemeinde Albbruck mit der italienischen Gemeinde Carmignano di Brenta  
15.05.1987  Eröffnung des neu erbauten Freibades 
Juli 2000  Einweihung der neuen Ortsmitte 
01.08.2007  Der neu gewählte Bürgermeister Stefan Kaiser tritt seinen Dienst an und löst damit Gernot Strohm nach 32 Jahren Amtszeit ab 


Einwohnerzahl (31.12.2009)

gesamt:  7236 
davon:   
Albbruck  3848 
Birkingen  375 
Birndorf  599 
Buch  898 
Schachen  736 
Unteralpfen  780 


Der Kletterfelsen im Albtal  
Das Freibad 
Das Albtal  
Kath. Kirche St. Josef 


Die Alb-Brücke

Die Brücke über die Alb, namensgebend für die Gesamtgemeinde, wurde erstmals 1403
mit „Claus von Albbrugg“ als Untervogt (Steuereinnehmer) erwähnt. Es ist aber davon
auszugehen, dass die Brücke schon weit früher bestand.
An der Brücke stand das Zollhaus für den Zöllner und seine Familie; über die Brücke
ging der gesamte Verkehr zwischen Waldshut und Laufenburg. Die Zolleinnahmen, die
dem Habsburger Kaiser zustanden, waren daher sehr erträglich. In Tabellen waren die
Zollsätze festgelegt für Wein und Branntwein, für Roggen, Käse, Glaswaren und Salz,
aber auch Personen. Oft wurde versucht, mit falschen Angaben die Zollgebühr zu
drücken.
Im Jahr 1689 baute man eine Steinbrücke, an der heute noch ein Wappen an die
genannte Jahreszahl erinnert. Durch das wenige Jahre zuvor gegründete Eisenwerk
Albbruck (heute Areal der Papierfabrik) hatte die Alb-Brücke eine enorme Bedeutung.
Aufgrund der hohen Bau- und Reparaturkosten war es nur verständlich, dass eine
Mautgebühr d.h. ein Brückenzoll erhoben wurde. Und da die Brücke der einzige sichere
Übergang über die Alb war (außer der oberhalb gelegenen Tiefensteiner Brücke),
mussten die Fuhrleute wohl oder übel die Abgaben leisten.



Das Albtal

Das steil abfallende Albtal markiert die östliche Grenze des Hotzenwaldes und ist seit 1943 Landschaftsschutzgebiet. Neben den imposanten Felswänden machen urtümliche, bodensaure Mischwaldbestände (Nadelholz, Eiche, Ahorn und Linde) den besonderen Reiz des Tales aus. Lange war das Albtal unpassierbar, der Weg von Albbruck nach St. Blasien führte über Birndorf und Unteralpfen nach Niedermühle. Erst ab 1854 wurde die Albtalstraße erbaut, der schwierigste Abschnitt Hohenfels-Tiefenstein machte fünf Felstunnels erforderlich. 18 Jahre später wurde der erste Postkutschenkurs mit Personenbeförderung eingerichtet.




 

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