In Birkingen steht das berühmte sogenannte Salpetererhaus. Es handelt sich um ein stattliches, zweigeschossiges Haus in spätgotischen Formen aus der Mitte des 16. Jh. Typisch für die Entstehungszeit des Hauses ist sein gewaltiges, steiles, durch Aufschieblinge mit dem charakteristischen Knick versehene Satteldach. Die Eingangstreppe an der Längsseite ruht auf einem massiven Sockel mit Wangenmauern, auf den sich einlaubenartiges Vordach stützt, das mit seinen gebauchten hölzernen Pfeilern und Rundbogen eine spätere Zutat (wohl 18. Jh.) darstellt. Dies gilt auch für die aufgesetzte Wiederkehrlaube. Das Haus wird im Volksmund als „Salpetererhaus“ bezeichnet, weil in ihm der letzte „Salpeterer“ Joseph Schupp im Jahre 1934 starb. In der Geschichte allerdings hat dieses Haus wenig mit den Salpeterern zu tun. Vielmehr handelt es sich um ein typisches Vogthaus. Da Birkingen seit 1528 zum Kloster St. Blasien gehörte, ist anzunehmen, dass es früher das Wohn- und Amtshaus des sanktblasianischen Vogtes in Birkingen war (also die, gegen die sich die Salpeterer erhoben). Dass ausgerechnet in diesem Haus der „letzte Salpeterer“ verstarb, kann man wohl als Ironie der Geschichte bezeichnen.
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